Merkel legt sich fest – wird’s jetzt ernst?

Bundeskanzlerin Angela Merkel gilt als das Gegenteil von ihrem Vorgänger Gerhard Schröder. Wir erinnern uns: der Basta-Kanzler. Frau Merkel ist nicht die Führungspersönlichkeit, die laut und schnell nach vorne prescht. Sie ist vielmehr leise, reflektiert und abwägend. Viele werfen Ihr – wohl nicht ganz zu unrecht – vor, dass sie sich nicht festlegt. Wenn Sie es jetzt doch tut, dann hat das gute Gründe: jetzt’s wird’s ernst.

Zugegeben, der „War for talent“, als Begriff schon eingeführt von Steven Hankin von McKinsey im Jahre 1997, und die ‚demografische Entwicklung‘ sind schon längst keine Gassenhauer mehr. Das ist allerdings umso verwunderlicher, als die Bedeutung und die Auswirkungen der Begriffsinhalte von Tag zu Tag offenkundiger werden.

Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit rund 30 Jahren, viele Branchen suchen händeringend nach Fach und Führungskräften und wir bejammern die Erfolge der Agenda 2010. Nicht, dass es da nicht auch Fehlentwicklungen gegeben hätte. Aber nahezu alle Länder dieser Erde würden gerne ihre Probleme mit den unseren tauschen, vor allem die wirtschaftlichen ‚Probleme‘.

Aber es ist halt Wahlkampf.

Und ausgerechnet jetzt legt sich Angela Merkel konkret fest. Bei Eröffnung der heißen Wahlkampfphase für die Bundestagswahl sagte Frau Merkel am 12.08.2017 in Dortmund, dass sie mit dem Ziel von Vollbeschäftigung in den CDU-Wahlkampf gehe. In einer Rede vor dem Arbeitnehmerflügel ihrer Partei sagte sie, in Deutschland könne in acht Jahren Vollbeschäftigung erreicht werden. Bis 2025 solle die Arbeitslosigkeit unter drei Prozent sinken, sagte sie. Sie glaube, „dass das zu schaffen ist“.

Zur Erinnerung: unter 3% lag die Arbeitslosigkeit nur von 1959 – 1974:
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/LangeReihen/Arbeitsmarkt/lrarb003.html

Diese Zeit wurde unter dem Begriff des ‚Wirtschaftswunders‘ weltberühmt. Danach sahen wir nie wieder solche Zahlen!

Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 5,9%.

Im o.a. Zeitraum von 1959 – Anfang der siebziger Jahre lag das jährliche Wirtschaftswachstum bei rund 4,4 %. Im Vergleich zu den Wachstumsraten der jüngsten Vergangenheit von 1,5 – 2% kann man – bei aller Rebustheit der aktuellen Wirtschaftslage – nicht von einem neuen Wirtschaftswunder reden.

Kommen wir also zur Preisfrage: Wieso lehnt sich die Kanzlerin derart aus dem Fenster?

Wenn wir also kein neues Wirtschaftswunder erleben und wenn es ferner stimmt, dass Frau Merkel eher zur Vorsicht neigt, sich nur ungern festlegt und sie es in Dortmund ohne Not dennoch tat, dann gibt es hierfür nur eine logische Erklärung: sie ist sich ihrer Sache absolut sicher.

Halten wir einen Moment inne und denken nach: das ‚Ziel‘ der Vollbeschäftigung ist weder Hexerei noch ein Kunststück. Es ist die nahezu die zwangsläufige Folge unserer demographischen Entwicklung. Bis 2025 werden die meisten der sogenannten Babyboomer im Ruhestand sein. Und diese Babyboomer-Jahrgänge sind mit 1,3 bis rund 1,4 Millionen Menschen nahezu doppelt so stark wie die Geburtenjahrgänge, die bis dahin in den Arbeitsmarkt eintreten.

Der Eintritt des Szenarios Vollbeschäftigung wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eintreten, ganz ohne Zutun der Politik.

Das ist für mich nur bedingt eine gute Nachricht über den ‚robusten Arbeitsmarkt‘, sie macht mir eher Sorge! Ihnen auch? Sollte es, wenn Sie mit Ihrem Unternehmen wachsen wollen.

Es gibt viele Lösungsansätze, einige davon haben Sie selbst in der Hand.

Ein wesentlicher Ansatz ist Schaffung einer attraktiven Unternehmens- und Führungskultur. Das hat mit Employer Branding nur am Rande zu tun. Es geht um die innere Qualität des Unternehmens: wahre Schönheit kommt von innen.

Eine attraktive Unternehmens- und Führungskultur hält einerseits die aktuellen Mitarbeiter*innen im Unternehmen. Sie wirkt ferner wie ein Leuchtturm für Fach- und Führungskräfte auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

Überdurchschnittliche Führung führt zu überdurchschnittlichen Ergebnissen. Die systematische Gestaltung einer zeitgemäßen Führungskultur wird daher in nächster Zukunft erfolgskritisch:

  • Die demographische Entwicklung hat bereits zu einer spürbaren Verknappung des Angebots an qualifizierten Fachkräften geführt. Die besten Mitarbeiter werden durch eine herausragende Führungsleistung an das Unternehmen gebunden.
  • Partizipation: insbesondere junge Fachkräfte sind emanzipiert und wollen sich einbringen, wollen mitgestalten. Partizipation wird im unternehmerischen Umfeld an Bedeutung gewinnen.

Wie gut ist Ihr Unternehmen, ist Ihr Führungsteam vorbereitet?

Hier setzen wir mit dem BMM-AWARD, dem Wettbewerb für Bestes Management im Mittelstand an. Informieren Sie sich hier und vereinbaren Sie mit uns einen unverbindlichen Gesprächstermin: https://erfolgsfaktormanagementimmittelstand.com/bmm-award/

Autor: Michael Kohlhaas
Vorsitzender der Manufaktur Führungskultur im Mittelstand e.V.

Telefon 07472 1674546
E-Mail:
Michael.kohlhaas@manufaktur-fuer-fuehrungskultur.de

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