Small Data wären schon ein guter Anfang

„Big Data“ wird häufig als Sammelbegriff für digitale Technologien verwendet, die in technischer Hinsicht für eine neue Ära digitaler Kommunikation und Verarbeitung und in sozialer Hinsicht für einen gesellschaftlichen Umbruch verantwortlich gemacht werden. Big Data bezeichnet Datenmengen, welche zu groß, zu komplex, zu schnelllebig und/ oder zu schwach strukturiert sind, um sie mit manuellen und herkömmlichen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten.

Die Lücke zwischen Theorie und erlebter Praxis könnte allerdings größer kaum sein. Die Widerstände bei der Festlegung von Zielen und dem Follow Up von Ergebnissen sind zum Teil so groß, dass die Arbeit mit „Small Data“ schon ein riesiger Fortschrift wäre.

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Von Bauchentscheidungen und Entscheidungen nach Gefühl und Wellenschlag

„Das haben wir hier schon immer so gemacht“. Die Zeiten, in denen kritische Fragen mit diesem Killerphrase abgebügelt wurden, sind nach meiner Wahrnehmung – zum Glück – schon einige Jahre her.

Gleichwohl muss man aufpassen: vom notwendigen Erfahrungswissen zur Killerphrase ist es oft nur ein kleiner Schritt.

Unter Erfahrungswissen verstehe ich Wissen, das durch handelnd-erlebende Erfahrung („learning-by-doing“) entsteht und dass es durch diese Erfahrung zu zusätzlich gewonnenen Erkenntnis kommt. Erfahrungswissen bezieht sich auf erlebte Tatsachen und Sachverhalte und setzt das bereits vorhandene Wissen in einen neuen Erkenntniszusammenhang. Durch Zeitablauf entstehen durch umfangreich erworbenes Erfahrungswissen Persönlichkeiten, die bewundernd als „mit allen Wassern gewaschen“ beschrieben werden, denen man kein X für ein U vormachen kann. Diese Menschen neigen aus nachvollziehbaren Gründen dazu, Entscheidungen aus diesem Erfahrungswissen heraus zu entscheiden. Der Volksmund spricht dann gerne von Bauchentscheidungen oder – etwas despektierlicher – von Entscheidungen nach Gefühl und Wellenschlag.

Um nicht missverstanden zu werden: die Aneignung von Erfahrungswissen ist eine herausragende Lernleistung und ist insbesondere in Not- und Krisensituationen von großem Wert, wenn für langwierige Analysen keine Zeit bleibt und eben rasch entschieden werden muss.

Aber Erfahrungswissen ist keine Erfahrungswahrheit. Es bleibt immer zu berücksichtigen, dass die „richtigen“ Entscheidungen, die (hoffentlich) zu Erfolgen geführt haben, nur in diesem ganz bestimmten Kontext in der Vergangenheit richtig waren. Ändert sich der Kontext, dann können Bauchentscheidungen – im Hier und Jetzt getroffen – rasch ins Verderben führen. Aus diesem Grunde sollten wichtige Entscheidungen mit weitreichenden Folgen nicht als reine Bauchentscheidungen getroffen werden, sondern mit Zahlen, Daten und Fakten unterlegt und diese hinreichend analysiert worden sein.

Vom (Hobby-) Sport lernen – Big Data und KI

Ein kurzer Blick zunächst in den Profisport zeigt, in welche Richtung die Reise geht. Hat der Fußball früher allein auf erfahrene Trainer und Talentsucher gesetzt, so gibt es heute Dienstleister, die aus Fußballern gläserne Menschen machen. Die moderne Technik der Datenerfassung, vor allem der Bildanalyse, ermöglichen die Erfassung von nahezu beliebigen Bewegungsparametern: Laufgeschwindigkeiten, zurückgelegte Wege, Laufwege etc.  Verknüpft mit weiteren individuellen Daten lassen sich auf diese Weise Leistungsprofile erstellen und analysieren, die zu gezielten Maßnahmen der Leistungssteigerung herangezogen werden können. Die Analyse lässt sich auf das gesamte Spielgeschehen ausdehnen, wobei der Gegenstand der Datenerfassung und -analyse dann vom Einzelspieler auf das gesamte Team und dessen Gefüge ausgedehnt wird.

Abb. 1: Performance Review eines Fußballers (Quelle: global soccer network)

Auch im Hobbybereich sind die Fortschritte dank Smart-Technik enorm. Wo man früher Waldläufe „einfach so“ absolvierte, geht heute im Zuge der Selbstoptimierung ohne Datenerfassung nichts mehr. Von der einfachen Pulsuhr bis zur High-Tech-Uhr im vierstelligen Euro-Bereich ist alles dabei. Und damit nicht genug: die Megatrends Gesundheit und Digitalisierung befeuern Produktentwicklungen zur Minimierung des Verletzungsrisikos.   

Der SensoRun der HB Technologies aus Tübingen ist hierfür ein gutes Beispiel. SensoRun ist ein mobiler Laufsensor zur Aufdeckung und Sichtbarmachung von Ermüdungserscheinungen und (Über-) Belastungen.

Von Big Data zu Small Data

Kommen wir zurück in die betriebliche Realität. Schaut man sich die Produktionsanlagen und die Maschinen in mittelständischen Unternehmen an, dann werden im Detail durchaus eine Menge Daten erfasst und ausgewertet, aber noch immer mit einigem Abstand zur Idee der Künstlichen Intelligenz, wie die top-aktuelle Grafik der Bitcom Research zeigt.

Abb. 2: Umsetzung von KI in Unternehmen (Quelle: Bitcom reasearch, zitiert nach statista)

Das ist aber nur ein Aspekt, der sich auf die Arbeit im Unternehmen bezieht. Betrachtet man jedoch – und dies ist mein Thema hier – die Arbeit am Unternehmen, dann kann man schon hier und da ins Grübeln kommen. Wenn Führungskräfte nicht tun, was sie sollen, dann hat das meistens nicht ausschließlich etwas mit den Führungskräften zu tun. Oft genug ist das „Sollen“, sind Unternehmensziele gar nicht festgelegt, oder nicht kommuniziert und/ oder nebulös und widersprüchlich formuliert. Dass in einem solchen Fall die Abteilungsziele widersprüchlich sind, ist daher nur folgerichtig. Um es mit Peter Drucker zu formulieren: „Only three things happen naturally in organizations: friction, confusion, and underperformance. Everything else requires leadership.“

Abb.3: Ausrichtung von Abteilungszielen auf die Unternehmensziele, z.B. mit Hoshin Kanri

Bei der Arbeit am Unternehmen gilt es also, die Small Data zu managen, insbesondere die Ziele und Teilziele zu definieren und diese sinnvoll aufeinander auszurichten sowie die Handlungspläne und Prozesse zu koordinieren. Dies ist ein wesentlicher Teil der Strategie- und der Führungsarbeit.

Nicht nur bei der Planung, sondern auch bei der Umsetzung sind wir im Kleinen scheinbar weiter als im Großen. Während jedes Paket – und sei der Inhalt noch so trivial – im Detail getrackt wird, ist das Nachhalten der Umsetzung strategischer Aktivitäten scheinbar weniger wichtig. Jedenfalls findet es in der Praxis zu oft nicht oder nur unzureichend statt.

Die „Strategy Deployment“, also die Umsetzung der Strategie ist letztlich entscheidend. Um abschließend nochmals Peter Drucker zu bemühen: „Unless a decision has “degenerated into work”, it is not a decision; it is at best a good intention.”

Wirksame Werkzeuge und Methoden zur Strategieumsetzung, wie z.B. Hoshin Kanri gibt es auch für die Handhabung der extrem wichtigen „Small Data“.

Überzeugen Sie sich selbst und rufen Sie uns an: 07471/ 9841 353. Wir beraten Sie gerne.

https://tinyurl.com/y97nutm9

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■ Michael Kohlhaas

Die 100PersEnt GmbH hat sich auf das Thema Führung im Mittelstand fokussiert.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit sind die Strategieentwicklung und die Strategieumsetzung. Darüber hinaus bieten wir auch Werkzeuge im Umfeld der Führungskräfteentwicklung an: vom Online-Angebot zur Eignungsdiagnostik von Führungskräften (BIP), über die Analyse des Führungsverhaltens (LSA) bis hin zum Coaching, gerne auch als Online-Coaching mit Zoom als Werkzeug.

Wenn Sie ein unverbindliches Kennenlerngespräch vereinbaren möchten, stehe ich Ihnen gerne unter m.kohlhaas@100persent.de oder telefonisch unter 07471/ 9841 353 zur Verfügung.

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