Führungskultur beschreibt, wie Führung in einer Organisation tatsächlich gelebt wird – nicht was im Leitbild steht, sondern was im Alltag tatsächlich passiert.
Konkret wird Führungskultur geprägt von:
- Haltungen, Werte und Überzeugungen, die Führungshandlung prägen;
- typischen Verhaltensweisen von Führungskräften;
- ungeschriebene Regeln, wie Entscheidungen getroffen, Menschen geführt und Konflikte gelöst werden.
Offenkundig wird Führungskultur durch das, was Edgar Schein mit „Artefakten“ in seinem Kulturebenen-Modell beschreibt.
Also: Augen auf bei der Auswahl des Arbeitgebers.
Was eine positive Führungskultur im Unternehmen konkret ausmacht.

1. Führung als Enablement, nicht als Machtausübung
Gute Führungskräfte verstehen sich als Ermöglicher:
- Sie räumen Hindernisse aus dem Weg;
- sie lassen Entscheidungen dort, wo die Kompetenz sitzt;
- sie setzen auf höhere Eigenverantwortung, weniger auf Mikromanagement;
- sie fokussieren auf Ergebnisse anstatt auf Präsenz.
2. Klare Ziele & Prioritäten anstatt Aktionismus
Mitarbeitende wissen:
- Was ist wirklich wichtig?
- Warum hat es Priorität?
- Woran wird Erfolg gemessen?
Eine positive Führungskultur reduziert unnötige Komplexität und schützt Teams vor Überlastung durch widersprüchliche Erwartungen.
3. Regelmäßiges, ehrliches Feedback
Nicht nur im Jahresgespräch:
- Feedback geht in beide Richtungen. Führungskräfte fragen auch aktiv nach: „Was kann ich besser machen?“
- Feedback ist konkret und zeitnah;
- Feedback ist sachlich, lösungsorientiert und respektvoll
4. Fehler- & Lernkultur mit Blick nach vorn
Fehler werden analysiert, nicht personalisiert:
- Was ist passiert?
- Was lernen wir daraus?
- Wie vermeiden wir es künftig?
- Wie erreichen wir unsere Ziele dennoch?
Dabei wird Verantwortung übernommen – keine Kultur des Verschleierns.
5. Leistung anerkennen – fair & transparent
Positive Führungskultur bedeutet nicht „Wohlfühlmodus“, sondern:
- Leistung wird sichtbar gemacht.
- Erfolge werden geteilt.
- Boni orientieren sich an der Teamleistung.
Ungleichbehandlung oder Intransparenz zerstören Kultur schneller als jedes Sparprogramm.
6. Entwicklung statt Verheizen
Unternehmen mit positiver Führungskultur:
- investieren in Führungskräfteentwicklung,
- fördern Fach- und Führungslaufbahnen,
- sprechen offen über Entwicklungsmöglichkeiten und Grenzen
- Mitarbeitende fühlen sich als langfristige Investition, nicht als Kostenfaktor.
7. Vorbildwirkung des Managements
„Mit gutem Beispiel voranzugehen, ist nicht nur der beste Weg, andere zu beeinflussen, es ist der einzige“ wusste schon Albert Schweitzer. Kultur entsteht maßgeblich von oben:
- Wie wird mit Druck umgegangen?
- Wie wird über Mitarbeitende gesprochen?
- Werden Werte auch dann gelebt, wenn es unbequem ist?
Mitarbeitende glauben dem wahrgenommenen Verhalten, nicht den Leitbildern.
8. Psychologische Sicherheit als Produktivitätsfaktor
In positiven Unternehmenskulturen:
- werden Risiken früh angesprochen,
- lösen Mitarbeitende Probleme, bevor sie teuer werden,
- entstehen Innovation und Verantwortung
Psychologische Sicherheit ist kein „nice to have“, sondern Voraussetzung für messbare wirtschaftliche Vorteile.
Fazit
Eine positive Führungskultur zeigt sich nicht an schicken Leitbildern, sondern daran, wie sich Menschen im Arbeitsalltag fühlen und verhalten.
Positive Führungskultur im Unternehmen bedeutet:
- Leistungsorientierung mit Vertrauen,
- Klarheit ohne Angstkultur,
- Ergebnisfokus und Mitarbeiterorientierung.
■ Michael Kohlhaas
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