Leadership vs. Management – wie zeitgemäß ist die Trennung noch?

Die klassische Sicht lautet vereinfacht dargestellt:

  • Leadership kümmert sich um Menschen: inspirieren, Richtung geben, Menschen entwickeln etc.
  • Management kümmert sich um Dinge: planen, organisieren, kontrollieren, Prozesse stabil halten etc.

Diese Trennung wurde u. a. stark geprägt durch John P. Kotter, der Ende der 90er Jahre mit seinem Buch „Leading Change“ für Furore sorgte.

In der modernen Arbeitswelt (Agilität, Remote Work, hohe Veränderungsgeschwindigkeit) scheinen die Grenzen zwischen  Leadership und Management zu verschwimmen. Die Unterscheidung wird heute daher zunehmend hinterfragt.

Die Unterscheidung zwischen Leadership und Management ist nicht veraltet – aber sie wird heute deutlich anders verstanden als früher. Führungskräfte müssen beides gleichzeitig können. Reine „Manager“ ohne Leadership-Skills „funktionieren“ schlecht, gelten als Technokraten oder gar als Apparatschiks. „Visionäre Leader“ ohne Struktur kreieren Luftschlösser und verursachen Chaos. Kurz gesagt: Die Realität verlangt hybride Rollen. Was heute stattdessen gilt:

1. Integration statt Trennung

Gute Führung bedeutet heute beides:

  • Ergebnisse + Menschenorientierung
  • Klarheit + Empathie
  • Struktur + Inspiration

2. Die Situation entscheidet

Je nach Situation steht mehr das eine – Leadership – oder eben mehr das andere – Management – im Vordergrund:

  • Transformation und Krise → erfordert mehr Leadership (Mission, Vision, Motivation, Empowerment)
  • Wachstum und kontinuierliche Verbesserung  → benötigt eher Management (klare Strukturen, schlanke Prozesse, planen und priorisieren)

3. Neue Führungsmodelle und Führungsstile

Transaktionale Führungsstile werden auch in Zukunft zweifelsfrei ihre Wirksamkeit und Berechtigung haben. Moderne Ansätze stellen aber die alte Trennung zwischen Leadership und Management stärker infrage.

Hierzu gehören Ansätze wie z.B. „Servant Leadership“, Agile Leadership und auf Selbstorganisation setzende Organisationsformen wie z. B. Holacracy.

Fazit

Die Unterscheidung zwischen Leadership vs. Management ist didaktisch immer noch nützlich, um unterschiedliche Fähigkeiten und Anforderungen an den Beruf der Führungskraft zu verstehen. Aber in der Praxis gilt heute:

Gute Führungskräfte kombinieren Leadership und Management – sie sind nicht entweder das eine oder das andere, sie verfügen über ein breites Verhaltensrepertoire. In diesem Zusammenhang ist insbesondere  das Full Range of Leadership Modell (Bass & Avolio, Improving organizational effectiveness through transformational leadership, 1994) zu nennen. Auf der Basis des Full Range of Leadership Models und unter Berücksichtigung der vorhandenen Ansätze zur situativen Führung haben Peus und Kollegen (Peus, Braun, & Frey, 2015) das Leadership Style Assessment (LSA) entwickelt. Mit diesem Online-Tool kann jede Führungskraft bzw. die gesamte Führungsmannschaft eine Bestandsaufnahme durchführen und anschließende Entwicklungsmaßnahmen ableiten.

Wenn Sie wissen wollen, worauf Sie sich beim Thema Führungskultur konzentrieren sollten, dann schauen Sie sich unsere Diagnosetools zur Führungsqualität an oder informieren sich gleich hier online: https://tinyurl.com/nhhys8sw .

■ Michael Kohlhaas

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